Herzlich willkommen!

Ukraine-Café

Seit Anfang Mai treffen sich dienstags im Martin-Luther Saal nicht nur die aus der Ukraine geflüchteten Menschen aus dem Pfarrhaus, sondern auch viele andere aus der Stadt und der Verbandsgemeinde. Zumeist sind es Mütter mit Kindern, deren Männer und Väter in der Ukraine bleiben mussten. Hier ist ein wichtiger Ort zum Austausch und zur gegenseitigen Hilfe entstanden.

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Fotos: Sonja Roos

Geh aus mein Herz und suche Freud!

Freude? Bei dieser Katastrophe des Krieges? Unendliches Leid! Was können wir denn tun – außer beten. Und ja, einigen Vertriebenen helfen, Geld geben, um manches Leid zu mindern, ja das geht.

043_2903Aber das Große und Ganze? Was sollen wir denn ändern? Wenig... Auch für uns wird’s nicht einfacher. Alles wird teurer, Benzin und Gas und Heizöl bald unbezahlbar. Angst kommt auf, zu Recht: Wie soll das alles werden? Es ist zum Verzweifeln. Da macht man gar nichts.

Doch, etwas geht: Freude finden. Die muss man wohl suchen. Von allein kommt sie nicht unbedingt. Also geh aus mein Herz und schaue auf Gottes wunderbare Schöpfung, jetzt zur Sommerzeit. Dadurch wird das Leid nicht kleiner, aber Gott gibt uns ein Gegengewicht. Damit unsere Seelen wieder ins Gleichgewicht kommen können.

Das tut einfach gut, der Sommer, die Blumen, das Getreide auf dem Feld. Das viele Licht. Man muss nur hinsehen. Da geht es einem besser und das darf geschehen. Wir dürfen und sollen uns an all dem Guten, das es gibt, erfreuen. Das gibt uns Kraft, auch das Böse zu ertragen und dagegen vorzugehen. Das kann man mit Gebet um Frieden und tatkräftiger Hilfe tun. Das tun wir auch und das ist gut. Wenn wir nicht gegen das Teuflische angehen, wer denn sonst?

Dafür brauchen wir Kraft und Gottvertrauen. Beides finden wir, wenn wir uns auf die Suche machen. Unser Herz geht aus (das heißt, man schaut über sich selbst hinaus), sucht und findet Freude, wie Paul Gerhard es um 1650 gedichtet hat. Es lohnt sich im Gesangbuch (Nr. 503) mal das ganze Lied zu lesen (oder zu singen).

Paul Gerhard hat den ganzen 30-jährigen Krieg miterlebt. Er wusste genau, was Krieg bedeutet und dann hat er so einen Text gedichtet! Er kann uns als Beispiel dienen, trotz allem Schlimmen und Bösen in dieser Welt weiterhin auf Gott zu vertrauen und weiterhin Dank und Loblieder auf unseren Gott zu singen. Allen Teufeln auf dieser Welt zum Trotz.

So wie wir seit langer Zeit immer wieder im Sommer singen: Geh aus mein Herz und suche Freud / in dieser lieben Sommerzeit / an deines Gottes Gaben. Wir werden es wieder im Gottesdienst singen. Allen schlechten Dingen zum Trotz und Gott zur Ehre.

So sollen alle Eurer Herzen viel Freude finden in diesem Sommer.

Mit segensreichen Wünschen
Euer Pastor Mertig