Herzlich willkommen!

Es ist Lesesommer!

Bei der 10. Neuauflage des „Lesesommer Rheinland-Pfalz“ sind wir natürlich wieder mit dabei!

LesesommerZwischen dem 19. Juni und dem 19. August heißt es für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren „Lesen und Gewinnen“. Am Mittwoch, 30. August findet die Lesesommer-Party mit allen Teilnehmern in der Stadthalle statt.

Die Anmeldungen sind ab Anfang Juni in der Bücherei erhältlich und werden zusätzlich über die Schulen verteilt. Weitere Informationen unter www.lesesommer.de.

25 Jahre Kita „Arche“

Am Sonntag, den 11. Juni, feierte die evangelische Kirchengemeinde Altenkirchen einen festlichen Gottesdienst anlässlich 25 Jahre Kita Arche & 115 Jahre ev. Kindergarten.

2Wochen im Vorfeld bereiteten sich die Kinder und Erzieherinnen, Eltern und die Mitglieder des Kindertagesstättenausschusses auf das Jubiläum vor. Sollte es doch ein schönes Fest werden. Begonnen wurde mit einem Fachvortrag für Eltern, Fachpersonal und Interessierte schon am Freitagabend. Dr. Eckhard Schiffer, ehemaliger Chefarzt des Klinikums Quakenbrück und Fachbuchautor, war geladen und referierte zum Bereich der „Salutogenese“ (Gesundheitsentstehung) mit dem Thema: „Wo Vertrauen wächst und Leben sich entfaltet“, Familie und Kindertagesstätte als Orte, an denen die wichtigsten Grundlagen für eine gesunde, physische sowie psychische Entwicklung der Kinder gelegt werden.

Mit dem 10-Uhr-Gottesdienst wurde am Sonntag, den 11. Juni, die Jubiläumsfeier weitergeführt. So konnte Pfr. Zeidler, welcher auch schon 25 Jahre zuvor, bei der Einweihung der KiTa Arche an den Feierlichkeiten maßgeblich beteiligt gewesen war, Kinder, Eltern, Mitarbeiter und Gemeinde in der Christuskirche empfangen. Besonders begrüßt werden konnten auch Frau Hildburg Thomas (Kirchengemeinde Wissen) in Stellvertretung für Frau Superintendentin Aufderheide, welche mit einem Grußwort die Bedeutung der Kindertageseinrichtungen für Familien und für die Kirchengemeinde hervorhob und der Stadtbürgermeister und Landtagsabgeordneter, Herr Heijo Höfer,
Kollegen und Kolleginnen aus dem Kompa (ev. Jugendzentrum), vom kommunalen Kindergarten „Traumland“ in Honneroth, welcher am gleichen Tag ebenfalls sein 25jähriges Bestehen feierte, sowie aus dem katholischen Kindergarten Altenkirchen.

1Nach Begrüßung, Eingangsworten und einem gemeinsame Lied folgten Gebet und Ansprache durch die Leiterin der Kindertagesstätte, Frau Christa Hülpüsch. Frau Hülpüsch bezog sich auf die momentan vorherrschende gesellschaftliche Stimmung, welche Menschen in aller Welt berechtigte Sorgen bereitet. „Die Welt ist ins Wanken geraten, egal in welche Richtung wir blicken. Nichts aber auch rein gar nichts ist im Lot, gleich auf welchen Erdteil wir blicken, es bereitet uns berechtige Sorgen, was wir hören und sehen, ohne dass wir auch nur annähernd darauf Einfluss nehmen können“, so Frau Hülpüsch. „Der mächtigste Mann der Welt trumpt ein Spiel, das mir nicht gefällt, und damit bin ich ja nicht allein. Was uns in der Welt erwarten wird, lässt sich im zurzeit nur schwer einschätzen“.

So bezog sich die Leiterin auf die zehn Gebote des Pädagogen Hartmut von Hentig, welche er für einen guten Umgang mit Kindern geschrieben hat und hob im Besonderen das neunte Gebot hervor: „Du sollst an der Welt arbeiten, so dass du sie ohne Scham den Kindern übergeben kannst“. Dieses Gebot sollte Ansporn für uns alle sein, so die Leiterin: „Bei all den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die wir zurzeit Tag für Tag dem Radio, dem Fernsehen und unserem geliebten Internet entnehmen können, können wir aber eines tun: Wir können uns auf uns selbst und auf unsere Nächsten, unsere Kinder, unsere Familie, unsere Freunde und unsere Nachbarn zu besinnen. Leben wir doch einen Alltag in Wertschätzung und Respekt. Erfreuen wir uns an unseren Mitmenschen, seien wir Ihnen zugewandt und zugewandt in besonderem Maße unseren Kindern.

Schauen wir auf die Kinder. Geben wir Ihnen die nötige Fürsorge, soviel Halt und Sicherheit wie sie benötigen. Schenken wir ihnen die Freiräume die sie brauchen, um sich auszuprobieren, ihre eigenen Grenzen kennenzulernen. Lassen wir sie auf Bäume klettern. Ermutigen wir sie immer wieder aufs Neue, und besonders dann, wenn mal etwas nicht so geklappt hat, wie sie es sich vorgestellt haben. Zeigen wir ihnen, wie wir Konflikte friedlich lösen und dass es immer einen Weg gibt, wenn wir es nur wollen. Schenken wir ihnen das Gebet, um Gott um Hilfe zu bitten oder Gott für etwas zu danken, z.B. dafür, dass wir heute ein schönes Fest miteinander feiern können. Machen wir unseren Kindern Mut und lassen wir uns nicht von anderen entmutigen“.

Mit herzhaftem Schwung erfreute eine kleine Gruppe von Archekindern, unter der musikalischen Leitung von Renata Eicker und Diana Wendt, mit ihren Liedern, wie z.B. „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“ und „Hallo, ciao, ciao..“ die Gemeinde. Eigens für das Jubiläum bekam die Arche ein von Werner Jung, Mitglied im Kindertagesstättenausschuss, für sie geschriebenes Lied „Wir sind die Kinder der Arche“ geschenkt. Das durfte natürlich auch im Gottesdienst nicht fehlen.

Pfr. Zeidler nahm den Traum von Martin Luther King: „Ich träume davon, dass eines Tages,
weiße Jungen und Mädchen schwarzen Jungen und Mädchen die Hände reichen und mit ihnen fröhlich zusammenleben“ zum Anlass, um das Verbindende zwischen den Menschen, gleich welchen Alters, gleich welcher Nation, gleich welchen Bildungsstandes, herauszustellen. „Letztlich zählt das Verbindende und die Freundschaft. Dies ist auch der Wunsch Gottes“, so Pfr. Zeidler. Dann bezog er sich auf die Offenbarung und den Seher Johannes: „Gott will mitten unter uns leben“ und so endete die Predigt von Pfarrer Zeidler mit den Worten: „Und dies tut er gewiss schon jetzt in der Arche“.

Nach dem Gottesdienst ging es zum anderen Ende der Stadt, zur Arche. Hier war schon alles vorbereitet: Eltern, Kinder, Mitarbeiter und Kitaausschuss luden alle Gäste zu einem vielseitigen Spiel- und Spaßnachmittag ein.

Text und Bilder: Christa Hülpüsch

Martin Luther, der Bildungsreformator

Luther, Hochschullehrer seit 1512, ist ein Bildungsbürger des 16. Jahrhunderts. Von seinem Thesenanschlag in Lateinisch nimmt kaum einer Kenntnis. Die angestrebte Diskussion bleibt aus.

Lehrer LämpelDoch dann schaltet Luther um: Aus Latein, der Sprache der Gelehrten, in der bis dahin fast alle Druckwerke verfasst sind, wird Deutsch. Aus dicken Büchern werden kleine Schriften – und sie verbreiten sich unvorstellbar schnell, vergleichbar den E-Mails und SMS unserer Zeit. Ganze 45 Werke publiziert Luther allein in den Jahren 1518 und 1519. Es sind flugs gedruckte Schriften, die Hälfte davon umfasst nur bis zu acht Seiten. Sie werden billig verkauft und den einfachen Leuten schnell vorgelesen. „Sermon von Ab-lass und Gnade“ nennt Luther seine deutsche, auf den Punkt gebrachte Fassung seiner Wittenberger Thesen. Und diese wirkt bei vielen Christenmenschen wie ein Ruf zur Freiheit.

Ich schäme mich nicht, auf Deutsch für Laien zu schreiben.
Martin Luther

Wissenschaft und Latein gehörten bis dahin ebenso zusammen wie Leibeigenschaft und Analphabetismus. Deshalb prallen die jetzt erhobenen Vorwürfe, er arbeite unwissenschaftlich, an Luther ab. Er sucht und findet mit seinen deutschen Druckwerken eine große mediale Öffentlichkeit. Seine Beiträge zur Entfaltung des Weltwissens läuten das Ende des Wissensmonopols in den Händen von Klerus und Oberschicht ein. Die Reformation mag man als „frühbürgerliche Revolution“ titulieren, jedenfalls wird sie im Verbund mit der neuen aufblühenden Buchdruckerkunst zum Fundament eines Informationszeitalters, wie es bis dahin unvorstellbar war. So wird in den Flugschriften der Bauern gefragt: „Als Adam grub und Eva spann, wo war denn da der Edelmann?“ Denn wer die Biblia Deudsch (1534) kennenlernt, erfährt auch von den Verheißungen des Friedensreiches, von Nächstenliebe und von der Herrschaftskritik Jesu und der Propheten.

LehrerFür Luther zeigt sich in der Ungebildetheit des Volkes das Werk des Teufels, das vor allem durch die Geistlichkeit zementiert wird. Seine Schlussfolgerung: Wenn die Wahrheit ans Licht kommen soll, müssen die Massen lesen und schreiben lernen. Das Recht auf Bildung und Erziehung gilt allen, Mädchen wie Jungen. So schreibt Luther 1526 an den Kurfürsten Johannes, er möge als „oberster Vormund der Jugend und aller, die es bedürfen“ jede Stadt und jedes Dorf zum Betrieb einer Schule nötigen.

So bekämpft Luther die bildungsfeindliche Kinderarbeit und zugleich das Bildungsmonopol der damaligen Kirche. Er appelliert „an die Ratsherren aller Städte deutschen Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen“ (1524). Er fordert Bildung für alle und „die allerbesten Schulen für Knaben und Maidlein an allen Orten“. Das wird zum Paukenschlag seiner bald ganz Europa bewegenden Bildungsoffensive. Sie hält bis heute an. Und sie ist bei weitem noch nicht vollendet.

Die Forderungen des Reformators
sind bis heute in vielen Weltregionen noch nicht durchgesetzt. Und selbst in Deutschland beklagt der Bildungsbericht 2016 noch: „Dass es dem Bildungssystem in Deutschland ... noch nicht gelungen ist, den engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg nachhaltig aufzubrechen, verweist erneut auf den besonderen Handlungsbedarf...“

Aber dass Bildung und Evangelisch-Sein zusammengehören, wird schon zu Lebzeiten Luthers deutlich: Die jungen Gemeinden geben sich Ordnungen, mit denen der allgemeine Schuldienst geregelt wird. Als Ziel seiner Bildungsoffensive formuliert er, „daß sie sich der armen, elenden, verlassenen Jugend mit Ernst annehmen“ und: „das ist einer Stadt bestes und allerreichest Gedeihen, Heil und Kraft, daß sie viel feiner, gelehrter, vernünftiger, ehrbar, wohlgezogener Burger hat.“

Mit seinen Appellen legte Luther vor rund 500 Jahren den Grundstein für die Schulpflicht und Schulen, wie wir sie heute kennen. Dass jedoch Kinder und Erwachsene auch in Altenkirchen heute durch Kindergarten, Schule, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung Freunde fürs Leben finden und zu Menschen werden, die unsere Welt verstehen und in Zukunft gestalten können, daran hat der Bildungsreformator wesentlichen Anteil.

Werner-Christian Jung

„... und erlöse uns von dem Bösen...“

Wir sind oft schnell dabei, einen auszugucken, der Schuld an einer Misere hat. Im Fußball zeigt man meistens auf den Trainer und macht ihn verantwortlich, wenn nicht ausreichend Spiele gewonnen werden.

172_4103_rgbIn der Schule wird der Leistungsabfall eines Schülers oder einer Schülerin nicht selten direkt auf die Lehrperson geschoben. In der Politik wird z.Z. der amerikanische Präsident oder auch die Bundeskanzlerin je nach politischer Einstellung für bestimmte Entwicklungen als der/die „Böse“ benannt. Für die Christen in den ersten Jahrhunderten waren die Juden die „Bösen“ und haben Jesus ans Kreuz gebracht. Wohin diese Beschuldigung führte, ist für uns Christen in Deutschland ein bitterer Eintrag in unserer Geschichte.

Nie sind die Schuldigen nur außerhalb von uns selbst zu suchen. Hinter Politikern stehen viele, die sie gewählt haben; mit Erfolg lernen hat nicht nur mit der Lehrperson zu tun; der beste Trainer nutzt nichts, wenn die Mannschaft es nicht umsetzt. Und Jesus hatte sehr viele Anhänger unter seinen jüdischen Volksgenossen.

„... erlöse uns von dem Bösen...“ kann auch heißen: Gott erlöse uns von unserem Stillhalten und Schweigen. Erlöse uns davon, auf Hass mit Hass zu antworten, nach dem Motto: wie du mir - so ich dir! Erlöse uns, Gott, dass wir ausprobieren: wie befreiend es ist, wenn wir selbst den ersten Schritt machen und auf den anderen zugehen. Wenn wir das Schwarz-Weiß-Denken aufbrechen. Erlöse uns, dass wir unsere Chancen der Verantwortung entdecken. Wir alle sind ein „Glied an deinem Leib“.

Mit Ostern hast du, Gott, uns erlöst zu einem neuen Leben. Du hast uns zu deinem Leib gemacht. In der Vielfalt unserer kleinen Gedanken und Schritte willst du, Gott, auferstehen und Versöhnung stiften in dieser Welt. „Erlöse uns von dem Bösen“ führt uns im Beten aus der Passion, aus dem Leid (dem persönlichen und dem gesellschaftlichen) hin zur Er-Lösung, die wir an Ostern feiern.

Ostern ist das Fest, das uns selbst aufstehen lässt gegen alle Entwicklungen, die Menschen Leid zufügen. Ostern ist das Fest, mit dem Gott uns Hoffnung schenkt, Unrecht, Leid und Tod zu überwinden. Ostern ist das Fest, das verspricht, dass das Leben siegen wird, dass Wirklichkeit wird, worum wir im Vaterunser bitten. Denn dein (Gott) ist die Kraft und die Herrlichkeit (hier und) in Ewigkeit. Amen.

Ihre Pfarrerin Gudrun Weber-Gerhards